Dieter Puth nach 18 Jahren zum dritten Mal Rheinlandmeister

 

  • FM Dieter Puth gewinnt nach 18 Jahren erneut das A-Turnier und ist zum dritten Mal Rheinlandmeister
  • Theresa Reitz ist jüngste Rheinlandmeisterin aller Zeiten
  • Rekordmeister Rolf Kohlei gewinnt zum 7. Mal die Meisterschaft der Senioren
  • Christian Fink gewinnt das stark besetzte Hauptturnier
  • Volker Schlick gewinnt zum dritten Mal die Blitzmeisterschaft
  • Insgesamt 109 Teilnehmer, plus 90 beim Blitzen in sieben spannenden, überaus fairen Turnieren bei traumhaften Spielbedingungen in der Pellenzhalle in Nickenich

Nur vier Monate Vorbereitungszeit waren den Schachfreunden Nickenich bis zur Ausrichtung ihrer 5. Rheinlandmeisterschaft verblieben, nachdem sie erst im November des Vorjahres mangels weiterer Interessenten die Ausrichtung der Meisterschaft übernommen hatten. Damit haben die SF Nickenich nicht nur dem Schachverband Rheinland und seinen Schachfreunden aus einer Verlegenheit heraus geholfen – am Ende wurden die 38. Rheinlandmeisterschaften als Saisonhöhepunkt im SVR ein grandioser Erfolg, was 109 Teilnehmer in 6 Turnieren, sowie 90 Schachfreunde bei der Blitzmeisterschaft am Karfreitag sicherlich alle bestätigen können. 

A-Meisterturnier: 6 Siege, 3 Remis - Dieter Puth siegt souverän

v.l. Gerd Schüller (VR Bank Rhein-Mosel), Rheinlandmeister Dieter Puth, Jens Wohde (Vorsitzender SF Nickenich)

Der außergewöhnlich große Vorsprung, den FM Dieter Puth (zur Partie der 9. Runde)  am Ende auf seine Verfolger hatte – 1½ Punkte auf den Zweiten, 2 Punkte auf den Dritten – täuscht etwas darüber hinweg, dass der Turnierverlauf insgesamt sehr spannend war. Nach dem ersten Turnierwochenende führten drei Top-Favoriten das Feld an: Dieter Puth und Jochen Schäfer mit 4 Punkten aus 5 Partien, sowie Volker Schlick ½ Punkt zurück. Und alle drei hatten in der zweiten Turnierhälfte vom Gründonnerstag bis Karsamstag noch gegeneinander anzutreten – es war eine außergewöhnlich spannende Entscheidung um die Meisterschaft. Der erste Coup gelang Dieter Puth mit seinem Schwarzsieg gegen Jochen Schäfer in der 6. Runde. Und auch die zweite Partie am Gründonnerstag gegen Frank Thönnes konnte Dieter Puth für sich entscheiden. Volker Schlick blieb bis drei Runden vor Schluss noch mit ½ Punkt zurück auf Tuchfühlung – dann aber erlebte der Top-DWZ/ELO-Favorit, zweifache Rheinlandmeister aus 2011 und 2012 und frühere Bundesligaspieler vom SV Koblenz ein unerklärliches Debakel: alle drei verbleibenden Partien musste er abgeben. Am Nachmittag des Gründonnerstag gewann Dr. Max Gebhardt im Endspiel gegen Volker Schlick, am Karfreitag besiegte Jochen Schäfer den Koblenzer. Damit war die Partie in der Schlussrunde am Karsamstag zwischen Dieter Puth und Volker Schlick – die übrigens live im Internet zu verfolgen war – kein wirkliches "Endspiel" mehr: Dieter Puth stand bereits als neuer Rheinlandmeister fest und besiegte letztlich auch Volker Schlick. In der spannenden Partie hatte der Koblenzer für Angriff zunächst zwei Bauern hergegeben – als in der Zeitnotphase vor dem 40. Zug der Angriff verpuffte, war Volker Schlicks Stellung aber hoffnungslos geworden. Somit blieb Dieter Puth als einziger im Turnier ungeschlagen. Er kam zwar in fast jeder Partie vor der ersten Zeitkontrolle in fürchterliche Zeitnot – behielt aber dennoch stets die Kontrolle über die Stellung. Es war eine souveräne Leistung des neuen Rheinlandmeisters, und sein hochverdienter dritter Titelgewinn – und das nach nunmehr 18 Jahren: Seine beiden Meistertitel zuvor hatte Dieter Puth in den Jahren 1996 und 1997 errungen.

Auf Platz drei hinter Jochen Schäfer lief am Ende Dr. Max Gebhardt ein, der mit einer Niederlage gegen Alexander Melnikov ins Turnier gestartet war und danach fünf Remis folgen ließ. Mit drei Siegen in Folge legte Dr. Max Gebhardt einen brillanten Schlussspurt hin, der ihm am Ende den Pokal für den dritten Platz einbrachte. Auch Dr. Ralf Schön gelang erst durch zwei Siege in den letzten Runden der Sprung über die 50% Marke: Sicherlich kein berauschendes Resultat für den FIDE-Candidate Master, aber mit (inoffiziellem) DWZ/ELO-Verlust von 3 Punkten kein großer Schaden für den zweifachen Rheinlandmeister aus 2000 und 2007.

Alexander Melnikov war erst im Jahr 2012 als Sieger des B-Turniers in die A-Meistergruppe aufgestiegen und kann sich seitdem mit ordentlichem Ergebnis dort behaupten – in seinem Debüt-Jahr 2013 sogar als Rheinlandmeister! Von den drei Newcomern im A-Turnier, Frank Thönnes, Christian Marquardt und Dr. Dirk Matusch konnte nur Frank Thönnes überzeugen – erst durch einen Sieg in der Schlussrunde gegen Alexander Thieme-Garmann konnte er sich allerdings den Verbleib im A-Turnier sichern: Es war ein spannender Kampf zwischen den beiden und mit die längste Partie in der Schlussrunde. (zur Abschlusstabelle)

 

B-Meisterturnier: Helmut Bürger und Wilhelm Becker punktgleich vorn

Sieger im B-Meisterturnier: Helmut Bürger

Die Entscheidung um den Turniersieg fiel eigentlich schon in der ersten Runde, in der Helmut Bürger gegen Wilhelm Becker gewann – danach ließ es Helmut Bürger, der auch schon im Vorjahr das B-Turnier gewonnen und nur wegen seiner Vergesslichkeit die Rückmeldefrist fürs A-Turnier verpasst hatte, relativ ruhig angehen: Zwei weitere Siege sowie fünf Remis reichten zur Verteidigung des ersten Platzes. Wilhelm Becker ließ sich von seiner Auftaktniederlage nicht beirren und schlug sogleich in der zweiten und dritten Runde mit Siegen gegen George Bruziks und den Lokalmatador Alexander Ries zurück. Als besonders wichtig erwies sich Wilhelm Beckers Schlussrundenerfolg gegen Thomas Schwab, um sich den Junior des Turniers Tim Pfrengle vom Hals zu halten. Dieser hatte für seine allererste Teilnahme bei einer Rheinlandmeisterschaft – abgesehen von früheren Blitzturnieren – den Freiplatz im B-Turnier aufgrund seiner hervorragenden DWZ/ELO bekommen – und ist dieser Beförderung durchaus gerecht geworden: Tim Pfrengle blieb als einziger mit dem Turniersieger ungeschlagen und zeigte sich nur in der ersten Turnierhälfte etwas zu friedlich – ein Sieg mehr statt Remis, und er hätte auf Anhieb die Fahrkarte fürs A-Turnier des nächsten Jahres in der Tasche gehabt. Die haben nun die beiden Erstplatzierten Helmut Bürger und Wilhelm Becker!

Zufrieden mit ihrer +1 / bzw. 50% Ausbeute dürften auch George Bruziks und Alexander Ries gewesen sein, für beide bedeutet ihr Ergebnis sogar (inoffiziell) einen leichten DWZ/ ELO Zugewinn. Geringfügig an Wertungszahl verloren haben Wolfgang Frömbgen, Thomas Schwab und Edmund Schnur – das können die drei sicherlich verschmerzen.

Für die 13-jährige Charlotte Sanati war es auch ein Trainingsturnier: Sie hat bereits an zwei Jugendweltmeisterschaften teilgenommen – 2011 in Brasilien und 2013 in den Vereinigten Arabischen Emiraten – und ist als DSJ Kaderspielerin für die Deutschen Jugendmeister­schaften U14 in diesem Jahr bereits vorberechtigt. Auch sie hat beim Turnier gewonnen: eine enorme Erfahrung, sich in einem derartig ausgeglichenen und kompakten Feld, in dem alle Teilnehmer innerhalb einer 100-Punkte Spanne nach DWZ/ELO lagen, gegen eine überaus erfahrene Gegnerschaft, zurecht zu finden. Und das noch mit einer unglücklichen Auslosung mit fünf Schwarz- und nur drei Weißpartien; bedingt durch den kurzfristigen Rücktritt des eigentlich als 10. Turnierteilnehmer vorqualifizierten Maximilian Klein. (zur Abschlusstabelle im B-Meisterturnier)

Meisteranwärter-Turniere Adriano Carrella, Yannick Breuer, Frederick Neisen und Peter Warkentin

Ein sehr enges Rennen um den Turniersieg lieferten sich die Schachfreunde in den Meisteranwärter-Turnieren. In beiden Turnieren lagen am Ende jeweils zwei Spieler punktgleich auf den Aufstiegsplätzen – die Feinwertung zählt gem. TO SVR nicht, wenn es um Auf- oder Abstieg geht. Wenn da mal nicht im nächsten Jahr erstmals Stichkämpfe um den Aufstieg ins B-Turnier notwendig werden…

Den Turniersieg im MAT I sicherte sich Adriano Carrella letztlich durch seinen Sieg in der Vorschlussrunde gegen Frederick Neisen – zuvor hatte der Gusenburger Jugendspieler mit seinem Ergebnis von 4½ Punkten aus 5 Partien aufhorchen lassen und das Feld meist mit ½ Punkt Vorsprung vor seinem Idar-Obersteiner Konkurrenten angeführt. Und in der Schlussrunde, als Adriano Carrella sich mit einem Remis gegen Reinhard Ley zufrieden gab, konnte Frederick Neisen mit seinem Sieg gegen Harald Merges wieder nach Punkten gleichziehen. Von Null auf den geteilten Aufstiegsplatz – auf sportliche Weise hat sich Frederic Neisen für den Freiplatz im MAT bei seiner dritten Rheinlandmeisterschaft (nach 2011 und 2012 im Hauptturnier) bedankt.

Der erfahrene Torsten Stau konnte mit den vorpreschenden Youngstern nicht ganz mithalten – ebenso wenig wie Rüdiger Matriciani und die Vorjahres-Zweite Jugendliche Sabrina Ley, die sich mit einem 50% Resultat zufrieden geben mussten.

Im MAT II gab es einen Dreikampf um den Turniersieg zwischen dem Jugendlichen Yannick Breuer, Junior Jannik Lütz und Alt-Meisteranwärter Peter Warkentin. Nach dem ersten Turnierwochenende lag zunächst Peter Warkentin mit drei Siegen aus drei Partien alleine vorn – musste sich dann aber zum Auftakt der 2. Hälfte am Gründonnerstag Jannik Lütz geschlagen geben. Der wiederum verlor in der Vorschlussrunde gegen Yannick Breuer – so kam es in der letzten Runde sozusagen zu einem "Endspiel" zwischen den beiden punktgleich Führenden Yannick Breuer und Peter Warkentin. Nach dem Remis behielt der als einziger ungeschlagene Youngster Yannick Breuer nach Feinwertung die Nase vorn.

DWZ-Favorit Dr. Ernst Georg Haffner, nach zuletzt vor 10 Jahren in Trier nun wieder bei der Rheinlandmeisterschaft mit dabei, hatte mit zwei Niederlagen in Folge gegen Jannik Lütz und Peter Warkentin einen total misslungenen Start ins Turnier. Seine dann folgenden 4 Punkte aus 5 Partien brachten ihm am Ende noch den 4. Platz ein. Und auch für Laszlo Toth war das erste Turnierwochenende, an dem er gegen die Schachjugend anzutreten hatte, ziemlich danebengegangen – mit einer Auftaktniederlage gegen Alina Usczeck, Remis gegen Yannick Breuer und erneutem Verlust gegen Jannik Lütz. Die zweite Turnierhälfte war mit einem Sieg und drei Remis besser und sicherte ihm zumindest den Klassenerhalt im Meisteranwärter-Turnier.

Nur jeweils 8 Teilnehmer statt der vorgesehenen 10 Schachfreunde in den beiden MAT ist ein Novum – trotz der Ausschreibung von Freiplätzen hatten sich keine weiteren Anwärter für die Turniere gefunden. Das hatte aber durchaus auch etwas Positives: Der lange erste Freitag-Spielabend sowie eine Doppelrunde fielen weg, und auch die "Qualität" der Turniere hat gewonnen!

Abschlusstabellen Meisteranwärterturnier I - Meisteranwärterturnier II

Senioren-Einzelmeisterschaft Rekordmeister Rolf Kohlei holt zum 7. Mal den Titel

v.l. Turnierleiter Thomas Hönig, Schirmherr Ortsbürgermeister Gottfried Busch, Vorsitzender SF Nickenich Jens Wohde, Vorsitzender Schachverband Rheinland Karsten Loof, Sieger der Senioren Rolf Kohlei

Einmal mehr kam keiner der SVR-Senioren im Turnier an Rolf Kohlei vorbei. Vehement stürmte der Rekordmeister in Nickenich zu seinem siebten Titel – mit zunächst vier Siegen in Folge gegen Inge Best, Winfried Mross, Ernst Burg und Norbert Glienke. Danach lagen seine ärgsten Konkurrenten schon 1½ Punkte zurück – nachdem sich Norbert Glienke und Dr. Wolfgang Steger in der Auftaktrunde zunächst Remis getrennt hatten, dann Dr. Steger in Runde drei gegen Winfried Mross verlor und Norbert Glienke sich Rolf Kohlei geschlagen geben musste. Aber auch der Rekordmeister kam nicht ganz ungeschoren davon: In der 5. Runde musste er sich in einem schwierigen Endspiel gegen Dr. Wolfgang Steger geschlagen geben. (zur Abschlusstablle Seniorenturnier)

Hauptturnier Christian Fink wird seiner Favoritenrolle gerecht

Blick in den Turniersaal

Mit 64 Teilnehmern war das Hauptturnier insgesamt wieder sehr gut besucht; die Damen und Senioren, sowie 19 Kinder und Jugendlichen sorgten zudem für eine kunterbunte Mischung: Vom starken Turnierspieler bis zum Vereins-Neuling, vom bald 83-jährigen Boris Buzov bis zum 7-jährigen Mädchen war alles gemischt vertreten. Aber auch die "Klasse" des Feldes war in der Spitze sehr beachtlich: Die besten 10 Spieler wiesen einen DWZ-Schnitt von 1940 auf und konnten damit durchaus auch dem B-Turnier Konkurrenz machen!

Seiner Favoritenrolle gerecht wurde Christian Fink, der nur zwei Remis abgab: In Runde 4 gegen Boris Buzov, und in der Schlussrunde gegen Kai Mailitis. Auch Boris Buzov spielte wieder ein hervorragendes Turnier – immerhin hat er das Hauptturnier zuvor schon dreimal gewonnen! Diesmal musste er nur drei Remis gegen seine wesentlich jüngeren Konkurrenten Christian Fink, Kay Schönberger und Helmut Berresheim abgeben, was ihm Platz 2 einbrachte. Eine einzigartige Leistung des nach wie vor bärenstarken Turnierseniors!

Nochmal einen halben Zähler zurück folgen sieben Schachfreunde punktgleich auf den Plätzen drei bis neun. Auf Rang 10 der 14-jährige Lahnsteiner Tim Ronge, der wie im Vorjahr den Preis als bester Jugendlicher des Turniers gewann. Allerdings ist seine DWZ im Vergleich zum Vorjahr inzwischen um bald 300(!) Zähler angewachsen – damit gehörte er schon zum Favoritenkreis und wird mit seinen 4½ Punkten diesmal nicht völlig zufrieden sein. Er hat aber auch die beste Buchholzzahl aller Teilnehmer des Hauptturniers, was bedeutet, dass er die stärksten Gegner hatte.

Den Rating-Preis als beste mit DWZ bis 1600 erhielt Lokalmatadorin Christina Daub – die nach ihren Turnierpartien übrigens auch schon mal bei der Getränkeausgabe des Ausrichters mithalf. Rating-Bester mit DWZ bis 1400 wurde mit hervorragender 50% Punkteausbeute der Neuwied/Heimbach-Weiser U10(!)-Jugendliche Michael Schupfer. (zur Abschlusstabelle Hauptturnier)

Damen-Einzelmeisterschaft Theresa Reitz ist jüngste Rheinlandmeisterin aller Zeiten

Damenmeisterin Theresa Reitz

Wie immer wollten insgesamt 11 im Hauptturnier teilnehmende Frauen und Mädchen in der Mehrzahl kein eigenes Turnier unter sich ausspielen, sondern sich durchaus auch mit ihrer männlichen Konkurrenz in dem Turnier messen. Die Reihenfolge der Platzierung im Hauptturnier sollte über die Damenmeisterschaft entscheiden. Und es wurde eine sehr spannende Entscheidung in der Schlussrunde: Nebeneinander an den Brettern 10 bis 14 spielten punktgleich Christina Marx, Theresa Reitz, Helene Dill, Elisa Schröder und Christina Daub um die Meisterschaft. Während Christina Marx, 2-fache Rheinlandmeisterin der Jahre 2005 und 2007 sich in der Schlussrunde gegen Tobias Naumann geschlagen geben musste, gewannen die anderen vier Titelanwärterinnen ihre Partien. Nach Buchholz-Zweitwertung hatte am Ende die Jüngste die Nase vorn: die 12-jährige Theresa Reitz kürte sich damit zur jüngsten Rheinlandmeisterin aller Zeiten! Sie ist nochmal einige Monate jünger als Sabrina Ley bei ihrem Erfolg vor zwei Jahren (und Sabrina Ley spielt inzwischen im Meisteranwärter-Turnier)! Platz zwei der Damenwertung belegte Helene Dill, die zum allerersten Mal bei einer Rheinlandmeisterschaft mit dabei war, vor der Titelverteidigerin Elisa Schröder. (zur Abschlusstabelle Damenwertung)

Blitz-Einzelmeisterschaft Volker Schlick gewinnt zum 3. Mal den Blitz-Titel

v.l. Karsten Loof, Yuri Boidman (2. Platz), Dr. Thomas Bohn (4. Platz), Volker Schlick (Rheinlandblitzmeister), Michael Hammes (3. Platz), Marc Repplinger (5. Platz), Thomas Hönig

Wie immer wurde die SVR-Blitzmeisterschaft als Rundenturnier im Rutschsystem in 8 Vor- und 5 Endgruppen ausgespielt, insgesamt 90 Schachfreunde nahmen am Nachmittag des Karfreitag daran teil. Und wie immer war in der bärenstarken Endgruppe A die Creme de la Creme des Rheinländischen Blitzschach versammelt. 2190/2106 betrug der ELO/DWZ-Schnitt der 16 für die A-Gruppe qualifizierten Top-Spieler. Die Endrunde nahm einen sehr spannenden Verlauf, und als eine der vielen Neuerungen bei der Rheinlandmeisterschaft in Nickenich konnte die aktuelle Kreuztabelle stets live am Großbildschirm im Spielsaal verfolgt werden.

Die Nase vorn hatte am Ende Volker Schlick, der mit seinem dritten Rheinlandmeistertitel im Blitz eine kleine Kompensation für seine missratene zweite Turnierhälfte im A-Turnier errang. Einen Punkt zurück folgen IM Yuri Boidman punktgleich vor IM Michael Hammes. Der 13-fache SVR Blitz-Rekordmeister FM Dr. Thomas Bohn musste sich diesmal mit dem vierten Abschlussplatz begnügen. 

 

Fazit

Erneut war die Rheinlandmeisterschaft für die Schachfreunde im SVR ein großartiger Höhepunkt zum Abschluss der Saison. Alle Schachsportler waren beim gemeinsamen Treffen in Nickenich mit großer Spielfreunde an den Brettern und lieferten sich spannende Entscheidungen um Titel und Turniersiege. Trotz der kurzen Vorbereitungszeit, die den Schachfreunden Nickenich zu ihrer fünften Ausrichtung der Meisterschaften blieb, war am Ende der Tisch für die Meisterschaft perfekt bestellt, um allen Teilnehmern und Gästen großartige, nahezu großmeisterliche Turnierbedingungen zu bieten – die Pellenzhalle in Nickenich stellte das geeignete Ambiente hierzu.

Wer geglaubt hatte, die Meisterschaften 2012 in Nickenich waren nicht mehr zu toppen, der wurde eines Besseren belehrt. Es begann schon damit, dass am Samstag des ersten Turnierwochenendes jeder Teilnehmer als Willkommensgeschenk der Schachfreunde Nickenich einen Kugelschreiber mit Gravur zur Erinnerung an die Meisterschaft an seinem Brett vorfand. In der Pellenzhalle wurde jede Partie, vom Top-Spiel im A-Turnier bis zum letzten Brett im Hauptturnier an einem eigenen, großzügigen Tisch gespielt. Eine ausgewählte Partie des A-Turniers wurde jeweils live auf eine Großleinwand im Analyse- und Speiseraum übertragen, ab Karfreitag auch ins Internet. Jeder Teilnehmer hatte sein eigenes Namensschild: eine kleine Geste der SF Nickenich, sicherlich mit zusätzlicher Arbeit verbunden für den Turnierleiter des Hauptturniers Christoph Mintgen bei der Vorbereitung der Runden – die aber besonders auch die Spiele im Hauptturnier aufwertete und den einen oder anderen Teilnehmer zusätzlich mit gewissem Stolz erfüllte.

Die Präsentation der Spielergebnisse war vorbildlich: Nicht nur auf Turniertabellen und Aushang auf sechs großen Präsentationstafeln, auch auf einem großen Monitor im Spielsaal sowie per Beamer auf einer Leinwand im Speise- und Analyseraum wurden die aktuellen Partieergebnisse und Tabellenstände wechselnd für alle Turniere präsentiert. Hilfreich vor allem auch beim Blitzturnier, bei dem die Teilnehmer der Endrunde A vor Ort stets über den aktuellen Zwischenstand informiert waren. Am Abend des Spieltags wurden alle Tagesergebnisse auf der Internetseite www.schachfreunde.info veröffentlicht – deren ansprechende Gestaltung von vielen Seiten ausdrücklich gelobt wurde. Das alles funktionierte reibungslos – die Technik zur Übertragung und Präsentation hatte der Vorsitzende der SF Nickenich Jens Wohde perfekt eingerichtet und versiert im Griff.

Sehr abwechslungsreich war das Angebot an Speisen: Da gab es nicht nur die belegten Brötchen zum Frühstück, sowie Kaffee, Tees und verschiedenste hausgebackene Kuchen am Nachmittag, Frikadellen am Abend. Zu Mittag gab es jeden Tag unterschiedliche Variationen: Nudeln mit hausgemachten Napoli- oder Bolognese-Soßen, Kartoffelsuppe mit oder ohne Wursteinlage, Erbseneintopf und Spießbraten. Nicht zu vergessen stets frisches Obst oder allerhand süße Leckereien. Da war wirklich für jeden etwas dabei – und das alles zu sehr zivilen Preisen. Als spezielle Neuerung hatte die Küchencrew um Günter Wohde, Florian Fischer und Christoph Roos Currywurst mit Pommes im Angebot – die erwies sich als besonderer Renner!

Noch viele weitere Kleinigkeiten lassen sich aufzählen: da konnte Mara Schlich dem einen oder anderen Schachfreund mit Kopfschmerzmitteln aushelfen; da war zum Beispiel das ab dem 2. Spieltag stets am Brett bereitgestellte Glas für Ingeborg Best und Volker Schlick – die einzigen, die zu ihrem Mineralwasser stets ein Glas mit erbeten hatten. Zur Begrüßung der Spieler und Eröffnung der Runde am Sonntagmorgen der ersten Turnierhälfte hatte sich der SVR-Spielleiter bei seinen Worten gar nicht so viele Gedanken gemacht: "ich hoffe, Sie sind mit dem Ambiente und den Spielbedingungen hier in Nickenich zufrieden" – und war umso überraschter, als die Teilnehmer spontanen Beifall spendeten.

Für die perfekten Turnierbedingungen bei der 38. Rheinlandmeisterschaft waren auch die vielen Helfer der Schachfreunde Nickenich verantwortlich, die vor, nach und bei der Meisterschaft mit im Einsatz waren: Natürlich der in organisatorischen Dingen bestens versierte Norbert Zimmer in allen Belangen der Vorbereitung der Meisterschaft sowie der Pressearbeit; die Helfer beim Aufbau: von der Nickenicher Schachjugend bis zum 77-jährigen Engelbert Adams, der mit die Tische in den Turniersaal schleppte. Christoph Mintgen, der nicht nur die Turnierleitung im Hauptturnier übernommen hatte, sondern zwischendurch auch noch bei der Bewirtung mithalf. Über allen aber stand der Vorsitzende Jens Wohde, unermüdlich im Einsatz, morgens der erste, abends der letzte in der Pellenzhalle, der wirklich ALLES im Griff hatte. Und das, obwohl die Familie bald ihr zweites Baby erwartet – aber auch Gattin Carmen und Sohn Max hatten der Meisterschaft mehrmals zwischendurch einen Besuch abgestattet.

Nie gab es irgendwelche Probleme bei der Meisterschaft; weder schachsportlich – dafür standen alle überaus fairen Turnierteilnehmer – noch im Umfeld. Der einzige größere Zwischenfall war ein gebrochenes Abflussrohr in der Küche, und das spät am Abend nach der Blitzmeisterschaft am Karfreitag. Das Reinigen der Küche und Reparieren des Schadens dauerte bis früh in den Samstagmorgen – aber zum Start der Schlussrunde waren alle Helfer wieder im Einsatz.

Die Siegerehrung nahm der SVR-Vorsitzende Karsten Loof gemeinsam mit Turnierleiter Thomas Hönig vor, im Beisein des Schirmherren und Bürgermeisters der Gemeinde Nickenich Gottfried Busch.

Es waren großartige Meisterschaften in Nickenich, bei denen sich wieder alle Schachfreunde wohl gefühlt haben und die sicherlich alle in sehr angenehmer Erinnerung behalten werden.

 Thomas Hönig, Spielleiter SVR

Terminplan

für alle Turniere
> hier mehr


Informationen für Turnierteilnehmer

Übersicht aller Turniere Einzelmeisterschaft

> hier mehr


Anfahrt

So finden Sie uns

> hier mehr